Der "Tick mehr" entscheidet das Derby!

Der Rahmen für dieses erste Derby auf Kreisoberligaebene war mehr als stattlich. 

Die letzten Parkplatzsuchenden verpassten fast die Beinahe-Führung der Gäste durch T. Simon. Leider klatschte sein Versuch aus spitzem Winkel nur an den kurzen Pfosten. Ein gutes Signal des LSV, der nicht nur gut in die Spielzeit, sondern auch in die Partie in Garsebach startete. Hier wurde sich vom Anpfiff an nichts geschenkt, wobei man vorab erwähnen muss, dass das Spiel zu keinem Zeitpunkt in einen unfairen Bereich abrutschte. Hut ab hier an beide Teams! Die Gastgeber suchten ihr Heil vornehmlich über die linke Angriffsseite, scheiterten aber noch an der Genauigkeit im Abschluss oder einem Abwehrbein des LSV. In diese erste Drangphase der Hausherren hinein, brachten allerdings die Barnitzer Gäste in Person von Kapitän Hennicke das erste Zählbare aufs Papier. Aus ca. 18 Metern fasste er sich ein Herz und schoss das Leder an Fröbel vorbei ins linke Eck (25.). Riesenfreude bei den Akteuren und zahlreichen Gästefans. Als dieser jedoch noch nicht einmal verhallt war, hatte der TSV, natürlich über den linken Flügel, schon geantwortet. S. Leier war auf und davon und machte J. Schröter vorm leeren Kasten den Abschluss nicht mehr allzu schwer (26.). Alles wieder auf null also und das rassige Derby begann sozusagen wieder von vorn. Viele Standards prägten die Partie, wobei einen davon J. Grübler fast zur erneuten Führung genutzt hätte. Leider fehlte ihm bei Hennickes klugem Freistosspass eine Schuhgröße zum Torerfolg. Auf Garsebacher Seite wurden bei den ruhenden Bällen vornehmlich M. Walter und der lange J. Schröter gesucht, die allerdings noch entscheidend gestört werden konnten. So hatten sich alle schon auf das Pausenergebnis eingestellt, als der LSV seinen besten Angriff des Spiels vortrug. Schnörkellos gelangte der Ball über J. Grübler und F. Hartung ins Zentrum zu P. Hennicke, der Fröbel mit seinem strammen Schuss zur Parade zwang. T. Simon hatte den Braten gerochen und staubte den Abpraller eiskalt zur erneuten Führung der Gäste ab (41.).

Das 2:1 zum Seitenwechsel wäre eigentlich die ideale Basis für das geliebte Konterspiel der Barnitzer gewesen. Leider passte der schnelle Ausgleich nicht ins Drehbuch der Käbschütztaler. A. Richters Freistoß von der Strafraumgrenze konnte R. Scheer nur nach vorn abwehren, sodass erneut J. Schröter zur Stelle war um zu egalisieren. Ein schneller Nackenschlag, aber auch noch viel Zeit in Hälfte zwei. Nun stellte sich die Frage "Wer will es mehr?". Das Spiel prägten weiterhin nicht die feinen Spielzüge und Ballstafetten, sondern Zweikämpfe, Dynamik und Abnutzungskampf. Leider kippte die Waage nun mehr auf die Seite der Garsebacher, die sich auch von äußeren Einflüssen nicht beeindrucken ließen und in der 81. Minute das Spiel zu ihren Gunsten entschieden. Unerklärlich allerdings wie J. Schröter umringt von 4 Barnitzern den Ball nach einer Kerze aus dem Garsebacher Himmel herunternehmen und in aller Ruhe vollenden konnte. Das 3:2 brachten die Hausherren ohne große Mühe ins Ziel.

Somit konnten die Gastgeber den Derbysieg ausgiebig feiern. Und was bleibt für die LSV-Jungs: Mund abputzen und die Woche ordentlich Gas geben. Am kommenden Wochenende geht es dann in Großenhain wieder um 3 Punkte, wobei die Aufgabe beim Vorjahres-Zweiten entsprechend anspruchsvoll ist.

LSV: R. Scheer, P. Scheil, A. Wachtel, S. Grübler, S. Kramer, (M. Gültner), J. Grübler, T. Hessel, T. Weser (S. Simon), P. Hennicke, T. Simon, F. Hartung – P. Krumbiegel, F. Kohl

Autor: K. Herr