Ein Spiel auf Augenhöhe

Zu Beginn des goldenen Fußballoktobers gastierte der SV aus Berbisdorf auf dem Barnitzer Grün.

Am Ende ein Punkt, der nicht viel auszusagen hat, aber noch haben könnte. „Nicht jeder Herbst füllt die Vorratsspeicher.“ Das estländische Sprichwort passt doch ganz gut. Ein lyrischer erhobener Zeigefinger, dem die Jungs im grünen Gewand Beachtung schenken sollten. Sicherlich ist in dieser Liga jeder Punktezuwachs ein Gewinn, aber betrachtet man per se die Chancenverwertung wird schnell klar, dass Punkte bisher auch liegen gelassen wurden.
Mit einer Vorwochen-Niederlage im Gepäck trafen sich beide Teams um 15 Uhr zum Kick-Off. P. Schmieder am Blasebalg pfiff an. 2,5 Jahre jünger war der Barnitzhaufen auf dem Papier, die Gäste aber körperlich robuster und zweikampflustig. Nach 5 gespielten Minuten erobert F. Hartung das Leder in der fremden Hälfte und bedient P. Hennicke. Der umkurvt noch einen Fremdling und entsendet die Kugel durch die Hosenträger des Hüters zum 1:0. Schicker Start für die Richter-Elf. Leider verpasste eben jene das Spiel zu beherrschen. Es ist einfach nicht das Ding für die Jungs das Spiel zu machen, von selbst voranzutreiben. Die routinierte Einheit der Gäste wollte dies schon eher umsetzen. Wer aber im Endeffekt wirklich ‚mehr‘ von der ersten Hälfte hatte bleibt für jeden frei zu beurteilen. 1:0 zur Pause – immerhin.

Auch nach dem Wechsel kein anderes Bild. Die Vorstöße verebbten oder landeten wie in der 50. Minute beim Gegner. Linke Seite komplett blank und G. Zakarov wird auf die Reise geschickt. Allein vor Hüter R. Scheer hat der Berbisdorfer keine Mühe und vollendet zum Ausgleich. Aber auch das reicht nicht aus um die Barnitzer weiter zu locken. Mäßiges Pressing bis zur 65. Minute. Zu allem Unheil auch noch Elfmeter gegen die Truppe von S. Richter. T. Simon ist einfach zu spät und trifft nur den Gegner. R. Gommlich jagt die Kirsche unnachahmlich und vor allem unhaltbar in den rechten Knick. Komischerweise ist es jetzt genau das Spiel, das den Barnitzern liegt. Schwer zu sagen ob man sich nun auf einem Fußballplatz oder in einem indischen Kreissaal befand, an allen Ecken und Enden wurde gepresst. Die aktuelle starke konditionelle Beschaffenheit der Heimkörper wurde nochmal ausgeschöpft und P. Hennicke trieb seine Mannen mit sichtbarem Willen voran. S. Grübler konnte im Strafraum nur unfair gestoppt werden. Den fälligen Penalty verwandelte F. Hartung sicher zum Ausgleich und zu seinem 8. Saisontor. Alle 5 Elfmeter dieser noch jungen Saison wurden übrigens vom Torschützen geschossen und verwandelt. „Helm ab Frau Mütze“ muss da mal gesagt werden! Das Pressing ging nun weiter und S. Grübler hatte noch einen Hochkaräter. Wie in Riesa versagten vor den genetzten Stangen allerdings die Nerven. Dank R. Scheer musste die Luft am Ende nur kurz angehalten werden. Im 1 gegen 1 hielt der Keeper das Unentschieden und damit einen weiteren Punkt in Richtung Klassenerhalt fest.

Mehr war sicherlich drin. Nun gilt es aber sich volle Kanne auf das kommende Auswärtsspiel zu konzentrieren. Die Equipe gastiert im Triebischtal beim TSV Garsebach. Sonntag - 15 Uhr!

LSV: R. Scheer, P. Scheil, A. Wachtel, T. Simon, M. Gültner, (S. Kramer), J. Grübler, T. Hessel, T. Weser (S. Simon), P. Hennicke, S. Grübler, F. Hartung – P. Krumbiegel, F. Kohl, S. Gierschner

Autor: L. Meyer