"Wer die Dinger vorne nicht macht..."

7 Punkte aus 3 Spielen in der neuen Liga, damit hätte wohl keiner gerechnet.

Auch Trainer S.Richter musste ehrlicherweise zugeben, seiner Mannschaft einen Leistungsabruf wie gegen den Lommatzscher SV nicht zutraute. Heute ging es gegen den Ligaprimus, die Reserve der großen BSG Stahl Riesa. Die Kreispokalsieger der abgelaufenen Saison luden den LSV aus Barnitz nach Riesa-Göhlis. Brav das Kontaktformular ausgefüllt und ganz professionell den Platz ob seiner Verfassung begutachtet - hier ließe sich tatsächlich gut kicken. Nach motivierenden Worten der jeweiligen Trainer an ihre Mannen sammelten sich die Teams, samt Schiedsrichtergespann am Mittelkreis und hielten kurz für den verstorbenen Stefan Jeschke inne. Die sportliche Rivalität rückt bei solchen Umständen ganz klar in den Hintergrund.

Kurz nach 15 Uhr gab Schiri Fleck den Ballon frei. Stahl, klarer Favorit drückte ordentlich, blieb aber am reaktionsschnellen Abwehrbollwerk der Gäste hängen. Die Gäste lauerten auf Gegenstöße, welche auch ab und an im Torschuss mündeten, so vergaben F. Hartung und P. Hennicke die dicksten Möglichkeiten der Barnitzer. Das Spiel, durchaus robust geführt, verlagerte sich allerdings zunehmend in die Gästehälfte. In der 27. Minute bestrafte R. Großmann einen Fehler der Abwehrreihe der Grün-Schwarzen. Ein gewonnen geglaubter Ball wurde nicht konsequent herausgeschlagen, der Stürmer hob das Leder sehenswert über den herausgeeilten R. Scheer. Wahrlich nicht unverdient, dennoch hatten auch die Barnitzer Ihre Möglichkeiten. Vor allem die Außenbahnen um F. Hartung und S. Grübler erhielten von hinten erkämpfte Bälle und versuchten immer wieder P. Hennicke als Anspielstation zu finden. Anerkennend muss man aber sagen, dass das Kollektiv um D. Thieme in der Riesaer Abwehr auch ordentlich ausgeschlafen hatte. Eine gute Vorstellung der Barnitzer Mannschaft im ersten Durchgang, die kämpferische Leistung sei dabei besonders hervorgehoben, doch anders wurde es im Vorfeld auch nicht kommuniziert.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Barnitz wieder sein altes Gesicht und nahm nicht wirklich an der Partie teil, so wie es teilweise letzte Saison über Wochen hinweg lief, war das nun doch etwas überraschend. Eine Eingabe konnte in der 50. Minute wieder nicht entscheidend geklärt werden und R. Großmann schnürte seinen Doppelpack. War das der Weckruf? Spürbar energisch versuchte sich die Gäste-Elf der drohenden Niederlage entgegenzustemmen. Etliche Vorstöße, vor allem ausgehend von S. Kramer und T. Simon wurden souverän an der letzten Station verteidigt. In der 65. Minute war es R. Scheer, der durch einen schnellen Abwurf auf die Außen einen Konter einleitete, den die Elbstädter nur durch Foul an T. Hessel im Strafraum zu vereiteln wussten. F. Hartung schob überlegt ein – Anschluss. Das Momentum nun natürlich auf Seiten der Aufsteiger, Riesa hatte Druck. Der eingewechselte T. Weser schaltete sich ebenfalls ins Offensivspiel mit ein. Die dicksten Möglichkeiten zurückzukommen hatten noch S. Grübler und P. Hennicke, bei beiden fehlte die Wucht im Abschluss. Auch T. Weser lief in Richtung Riesaer Gefahrenzone und wurde nach nicht geahndetem Handspiel auch noch notbremserisch von den Beinen geholt. Leider blieb der Pfiff aus. Dem letzten Aufbäumen entgegnete A.Berencsi humorlos einen Schuss aus der zweiten Reihe: 3:1 Endstand.

Einer guten Leistung stand heute die individuelle Klasse der BSG entgegen. Keinesfalls eine unverdiente Niederlage, dennoch bitter, da man selbst genug Chancen erspielte, die Fehler des Gegners aber nicht konsequent nutzte. Kommende Woche, zum Sonntag, gastiert der Berbisdorfer SV im Barnitzer Land. 15 Uhr – Fußball!

LSV: R. Scheer, P. Scheil (M. Gültner), E. Siebenlist (T. Weser), A. Wachtel, T. Simon, S. Kramer (S. Simon), J. Grübler, T. Hessel, P. Hennicke, S. Grübler, F. Hartung – P. Krumbiegel

Autor: L. Meyer