Motivation schießt keine Tore

1:3 aus unserer Sicht. Im Nachhinein eine bittere Niederlage, doch sicherlich nicht unverdient...

Ein richtungsweisendes Spiel auf der Wiese in Barnitz war angesetzt. 278,15° Kelvin dürften es gewesen sein mit einigen sonnigen Momenten. Dazu 93 zahlende Schaulustige, welche sich das Topspiel nicht entgehen lassen wollten. 16 Mann saßen in der Kabine, als S. Richter seine Erläuterungen kund tat. Die Formation eher defensiv, Libero + Außenverteidiger und davor eine Art 5-er Kette im Mittelfeld. F. Hartung als undankbare alleinige Spitze. P. Hennicke durfte sich, da er klar manngedeckt werden würde, frei entfalten. Der Capitano war es dann auch, der die Mannschaft 10 Minuten vor Anwurf nochmal in die Kabine pfiff. Eine tolle, motivierende, kraftbringende Ansprache, die ich in Barnitz noch nicht so erlebt habe. Respekt dafür, da hat sich die 5-jährige sozialpädagogische Ausbildung ja vollkommen gelohnt!

Die Teams nominell geradezu mit Bestbesetzung, in Hinblick darauf, wer aktuell zur Verfügung steht. Schiedsrichter an diesem Sonntag war Carsten Streidt, ein unbekannter für uns. Zeigte aber gleich in den ersten Minuten, dass er keine Derbystimmung aufkommen lassen wollte. Das anfängliche Abtasten unterbrach F. Hartung nach 15 Minuten mit einem Fernschuss aus 16 Metern in die Tormitte. 1:0 für die Hausherren! Ab hier ging nach vorn allerdings überhaupt nichts mehr, natürlich der Formation geschuldet. Aber das war von Anfang an klar, erst als M. Kühne sich in die Offensive einschaltete, wurden einige Akzente gesetzt. Die beste Aktion daraus resultierte durch P.Hennicke, der einen abgeblockten Ball mit gehörig kinetischer Energie aufs Gusseisen abfeuerte, aber nur an die Latte ging. Von Garsebach kam, dank solider Abwehrarbeit nicht viel. Dennoch trotz Führung ein Spiel auf Messers Schneide.

Nach der Halbzeit kamen die Garsebacher mutiger, bissiger und gefährlicher ins Spiel. Zur 63. Minute gab es Freistoß an der Grundlinie vor dem 16-Meter-Raum. Scharf getreten flog dieser abgefälscht von unserer Mauer in den Fünfer und von J. Schröters Kopf ins Tor. Bitter. Das Momentum nun selbstverständlich auf Seiten der Gäste. Barnitz ließ sich einengen und Garsebach drückte auf die Führung. Diese kam dann schneller als erwartet, denn ein stark vorgetragener Angriff über abermals die linke Seite vollendete E. Siebenlist leider ins eigene Gehäuse. Wie aus dem Nichts wurde uns dann glücklicherweise noch ein schmeichelhafter Elfmeter zugesprochen. P. Hennicke übernahm dem ganzen Spiel entsprechend als einziger Verantwortung. Gehalten. Das letzte Aufbäumen also gescheitert, doch auch von Garsebach kam nicht mehr viel. Zeitweise war auf bzw. vor der Trainerbank der Gäste mehr Bewegung, als auf dem Feld… Unser Todesstoß war ein berechtigter Elfmeter in den Schlussminuten. Sicher verwandelt. R. Scheer ohne Chance.

Wie soll man so ein Spiel bewerten? Ergebnisstechnisch natürlich enttäuschend. Die Spielanlage hat aber gezeigt, dass man gegen so offensiv aufgestellte Gegner gut positioniert und geordnet auch mithalten kann. Lediglich die individuellen Fehler waren am Ende ausschlaggebend. Doch was jeder Einzelne sich aus diesem Spiel mitnimmt werden die nächsten Spiele zeigen.

LSV: R. Scheer, P. Scheil, T. Weser (P. Schlicke), S. Grübler, J. Grübler, M. Gültner, B. Münch (S. Simon), P. Hennicke, E. Siebenlist (P. Kühn), M. Kühne, F. Hartung – P. Krumbiegel, F. Kohl

Autor: L. Meyer