Ein Derby bleibt ein Derby!

Dieser Satz war wahrscheinlich nicht bei allen LSV'ern beim Spiel in Deutschenbora angekommen. Großartig anders lässt sich der Auftritt über weite Strecken des Spiels nicht erklären.

Mit dem souveränen Sieg gegen Nossen im Rücken, dachte wohl der ein oder andere der SVD sei nur ein Pflichttermin auf dem Weg zum heißen Saisonfinale. Da aber hatte man die Rechnung ohne die Hausherren gemacht. Die erste Hälfte ist so schnell erzählt, wie das Bier bei den zahlreichen Zuschauern bei sommerlichen Temperaturen in die Kehlen lief. Deutschenbora schmiss alle Leidenschaft in die Waagschale und dem LSV fiel so gut wie nichts ein. Einzig A. Richter zwang Torhüter Lindner mit seinem Freistoß mal zu so einer Art Parade, nachdem F. Hartung die beste Gelegenheit der Partie über den Querbalken jagte. So blieb es zur Halbzeit beim torlosen Remis und bei dem ein oder anderen Anhänger des LSV schlich sich so ein komisches Gefühl ein.

Die Platzherren hatte inzwischen Lunte gerochen und wurden, auch dank des sparsamen Auftritts der Barnitzer, von Minute zu Minute mutiger. So war es dann irgendwie fast folgerichtig das C. Hauck in der 67. Minute nach einem wilden Gestocher im Strafraum den SVD in Führung brachte. Doch damit nicht genug. Denn noch bevor man sich schütteln konnte, klingelte es schon wieder im Kasten des chancenlosen R. Scheer. Diesmal hatte M. Kohs nach einem Eckball von rechts mit seinem Kopfball leichtes Spiel. Nun hieß es aufwachen für die Jungs von Trainer Richter. Und warum man erst von da an den Kampf annahm bleibt unerklärlich. Plötzlich wurde der Weg zum Tor des Gegners gesucht und so erzielte man, nachdem ein Treffer von F. Hartung (soll wohl ein Handspiel von P. Kühn gewesen sein), den Anschluss durch einen endlich mal konsequenten Abschluss von A. Richter in der 79. Minute den wichtigen Anschluss. Plötzlich war man am Drücker und wirkte fast wie ausgewechselt. Kurz gesagt, plötzlich war es tatsächlich ein Derby. So erzielte wiederum A. Richter nach einem klaren Foul an F. Hartung im Sechzehner, nachdem er Sekunden zuvor nur den Querbalken getroffen hatte, den Ausgleich vom Kreidepunkt (83.). Doch zu mehr sollte es in den letzten Minuten, auch aufgrund der hektischen Spielweise, nicht mehr reichen. Doch wenn man ehrlich ist wären 3 Punkte an diesen Sonntag auch nicht verdient gewesen.

Es gilt nun den Fokus auf die kommenden Aufgaben zu legen, denn wer dachte zwischen Nossen und Röderau/Zeithain fahren wir mal schnell in Deutschenbora vorbei, sieht sich spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Ein Derby ist immer noch ein Derby!

LSV: R. Scheer, M. Jaeschke, F. Kohl, R. Krumbiegel, J. Grübler, P. Scheil (P. Schlicke), A. Richter, P. Kühn, P. Hennicke, S. Simon, F. Hartung – F. Biedermann, P. Krumbiegel, B. Spielberg

Autor: K. Herr