Vom Hund zur Laterne…

Während man vor 3 und 4 Wochen noch die beste Ausgangslage im Kampf um den Herbstmeistertitel der Kreisliga A hatte, überwintert man zur Winterpause nur noch auf Platz 3.


1 Woche nach der enttäuschenden Derbyniederlage zu Hause gegen Zehren, fuhren die Goldfüße aus dem Käbschütztal bis kurz vor die brandenburgische Landesgrenze und fragten sich auch dieses Jahr wieder wie weit ausgedehnt das Meißner Land eigentlich ist. Passend zur Schönheit vom unweit gelegenen Brandenburg verhielt sich auch die Sonne am heutigen Tag. Bei kühlen Temperaturen gepaart mit einem nervenden Nieselregen schmeckte den mitgereisten Anhängern der Glühwein bereits vor Anpfiff wunderbar und machte durchaus Lust auf 90 Minuten. Vorausgesetzt man hält es mit einem der beiden Teams, schaut gern Kreisliga oder verfährt frohgelaunt den halben Tank bei derzeitigen Spritpreisen. So kamen deshalb (oder trotz dessen) 30 zahlende Schaulustige zum Spektakel. Auch wenn  vor der Partie klar war, dass Nauwalde die Heimspieltabelle ungeschlagen und mit 0 Gegentoren anführt, wollte keiner so wirklich glauben, dass das nach Abpfiff weiterhin der Fall sein wird.
Trainer S. Richter war gewillt, dass seine grün-schwarzen Schäfchen alles in die Waagschale werfen würden um dieser Serie der Heimmanschaft ein Ende zu bereiten und weiterhin punktgleich mit Fortschritt Meißen-West an der Tabellenspitze zu stehen. Noch kurz vor Anpfiff motivierte sich die Mannschaft in kreisrunder Formation mit Hinblick auf einen positiven Ausgang der Partie.
Ungewohntes Bild allerdings für alle, als die Gästeelf sich auf dem Rasen verteilte. F.Hartung und A.Richter mussten vorerst als Reservisten dem Kick beiwohnen. P. Hennicke stürmte voran, das Offensivtrio wurde vervollständigt durch S. Grübler und M.Gültner. Auf der 10er-Position fand sich M.Hennicke wieder. Auf dem Papier durchaus ansehnlich und auch die ersten Minuten versprachen viel vom umgebauten Sturm. Viel ging über die Außen, infolgedessen war die erste halbe gleichzusetzen mit einem Einwurfcontest á la DSDS, wobei -­­­ wie im Gesangspendant - zu Beginn eher die schlechten Vorführungen das Programm füllten.
Auch die ersten Abschlüsse der Barnitzer an das Heimtor ließen den Torhüter stark bemitleiden, da er wohl über einen höheren IQ verfügt als ein Hund und verständlicherweise das Spielgerät nicht freudestrahlend zurückbringt, als es zum 10. Mal in Richtung Horizont gedroschen wurde.
Glücklicherweise brachte Nauwalde aber im Gegenzug nichts Vielsagenderes zu Stande, nur lange Bälle, die in der Barnitzer Hintermannschaft immer einen Abnehmer fanden. T.Weser warf sich oftmals sehr ansehnlich in Richtung Leder und gab alles um das Waschgeld vollends auszunutzen.
P.Hennicke und M.Gültner waren der Gästeführung am Nähesten, Hennicke verfehlte knapp das kurze Eck und M.Gültner prüfte die Standhaftigkeit des Gehäuses von Saxonia.
Die Pause wurde vor allem zum Aufwärmen genutzt, sowohl von den Wechselspielern als auch von der Startformation, viel zu sagen hatte S.Richter nicht, es lief alles nach Plan, nur das Tor und somit die psychisch wichtige Führung fehlte. Unverändert ging es in die zweiten 45 Minuten und es bahnte sich schlimmes an. Einzig und allein der Seitenwechsel reichte wohl aus um die Mannschaft vollends zu verunsichern, keine geradlinigen Aktionen mehr vor den gegnerischen Strafraum, gefährliche Ballführungen im eigenen Strafraum und akkurate Stellungsfehler. Das Spiel der Nauwalder blieb ebenso unüberraschend wie in der ersten Hälfte, doch ein unterlaufener weiter Ball reichte dann M. Gaumnitz um den Ball vorbei an R.Scheer im Tor zu versenken. Die Köpfe nun so tief wie der durchtränkte Rasen, doch 25 Minuten blieben noch. Alles nach vorn hieß die Devise, mittlerweile auch Sturmduo Richter und Hartung auf dem Geläuf, wenig später ergänzt durch P.Kühn auf der rechten Außenbahn, dem aber genau so wenig gelang wie allen anderen Beteiligten.
Zwei gute Freistoßchancen blieben ungenutzt und auch zahlreiche Ecken und Flanken aus dem Halbfeld brachten keine Ergebnisänderung.
Leider war man am heutigen Tag, im Gegensatz zum Derby gegen Zehren, das bessere Team. Umso ärgerlich natürlich, wenn man den langen Weg nach Hause mit 0 Punkten antreten muss.
Ein ehrlicher Glückwunsch geht dennoch ins Triebischtal an den SV Fortschritt Meißen-West zum Herbstmeistertitel. Doch was hat dieser schon zu sagen, der LSV durfte in der vergangenen Spielzeit auch an der Spitze überwintern, gereicht hat es am Ende trotzdem nichts.
Kommende Woche misst sich die zweite Mannschaft des LSV mit dem Landesklassenabsteiger aus Coswig im Kreispokal, Anpfiff ist 12 Uhr! Bis dahin - Sport frei!

 

Autor: L.Meyer