Ideenlos, Kampflos, Sieglos

Es war lange nicht mehr so einfach ein Barnitzer Heimspiel mit diesen Worten treffender zu beschreiben. Der Platz an der Sonne liegt uns scheinbar nicht.

Eine Derbyniederlage will kein Team, so viel ist sicher. Doch wer sich in solchen Spielen, bei dem die  tabellarische Ausganslage so viel zu sagen hat, wie die Piratenpartei im Bundestag, denkt dass die Favoritenrolle allein ausreicht um 3 Tore zu schießen und souverän den Platz als Sieger zu verlassen, der wurde heute eines besseren belehrt. Die Gute Laune der Mannschaft, um Trainer S. Richter, verflog nach den ersten 2 Minuten, nach denen klar war, dass das wahrlich kein Leckerbissen wird. Während die Küchenfrauen mit Boulettenbrötchen, Käse-Lauch-Suppe, Kuchen und Bier alles Erdenkliche versuchten um das kulinarische Niveau oben zu halten, machten die elf Mannen im Kollektiv alles zu Nichte. Kein überzeugender Spielzug, kein Mut in die Zweikämpfe zu gehen, keine vernünftige Ballstafette. Auf Fehlentscheidungen vom Schiedsrichter, der zugegebenermaßen wirklich nicht seinen besten Tag erwischte, wurde mehr eingegangen als auf das giftige Spiel des Gastes.

Aber ganz vor vorn. In angemessener Anzahl wurde das Spiel der zweiten Mannschaft gegen, diese Saison erstarkte, Merschwitzreservisten verfolgt und ein tolles, offensives Spiel gesehen. Dafür belohnte sich die zweite Garde des LSV mit 3 verdienten Punkten.
Ein kurzer, lauter Pfiff vom Coach reichte, dass seine Schäfchen sofort zu ihm eilten und der gewohnt ruhigen Kabinenansprache lauschten. Ein Sieg wurde gefordert, von allen auch mit kopfnickender Bestätigung abgesegnet.  

Die erste Hälfte verstrich um Minute und Minute, doch nichts wollte funktionieren, keine Idee wurde gefunden um den klar bissigeren Gegner aus der Reserve zu locken und eine Lücke zu finden. Die Außenstürmer F.Hartung und A.Richter waren gezwungen sich die Bälle an der Mittellinie selbst abzuholen.
Im Mittelfeld konnte einzig und allein A.Ramadhan einige Akzente setzen, doch seine Leichtfüßigkeit brachte im Endeffekt nichts außer staunende Blicke und vereinzelten Szenenapplaus. Die 0 stand weiterhin, glücklicherweise auf beiden Seiten.

Zweite Hälfte - gleiches Spiel, die Überlegenheit aus den vergangenen Partien wurde vollends verloren und Jens Matthes markierte mit einem Kopfballtreffer in der 52. Minute die verdiente Führung der Gäste. Leider änderte auch das nichts an der Barnitzer Initiative nun endlich mal zwingende Aktionen herauszuspielen. M. Hennicke versuchte seine Mitspieler immer wieder zu motivieren und ging fast als einziger mit der benötigten Aggressivität zu Werke.
Eine kurze Phase des Pressings ermöglichte zahlreiche Chancen im Minutentakt, leider war der berühmte letzte Pass eben jener, der den Abnehmer nicht fand und somit auch diese Drangphase irgendwann verstrich.
Gegen Ender der Partie und im Hinblick auf die sich abzeichnende Derbyniederlage wurde es ab und an noch etwas unsportlich, doch das gehört eben dazu und nach dem Spiel gaben sich alle brav die Hände.
M. Hennicke stellte es seinen Mitspielern rhetorisch gekonnt noch frei ob sie sich den gesponserten Kasten Bier schmecken lassen wollen. Sein Bruder knüpfte an und betonte, dass es nichts bringt jetzt mit mitleidserhaschend gesenkten Köpfen in der Kabine zu sitzen. Verdiente Niederlage, das weiß jeder und nun gilt es fußballphrasengewohnt an jedem selbst es kommende Woche in Nauwalde besser zu machen. Es wird sich abermals im Training zeigen wer Bock hat den Platz an der Spitze wieder zu erklimmen und wer nicht, doch wer die Beteiligung am Training, trotz Wind und Wetter, in dieser Saison sieht, der weiß eigentlich, dass es alle wollen. Außerdem ist eine SocialMedia-Aktivität gut, aber ein Tabellenplatz vor dem Derbygegner am Ende der Saison guter…

Autor: L. Meyer